
Cannabinoide verändern Schlaf und Schläfrigkeit
In einem kleinen Insomnieversuch verringerte eine THC-CBD-Zubereitung Gesamt- und REM-Schlaf, ohne die berichtete Schlafqualität zu verbessern. Eine separate CBD-Studie fand besseres Wohlbefinden, aber wenig Veränderung der meisten Schlafmaße. Spanische Siestaforschung verbindet unterschiedliche Naplängen mit verschiedenen Stoffwechselmustern. Eine cannabibasierte Siestatradition belegen diese getrennten Untersuchungen nicht.
Die spanische Forschung unterscheidet Dauer und Lebensstil
Die ONTIME-Studie von 2023 untersuchte 3.275 Erwachsene einer mediterranen Bevölkerung. 35 Prozent hielten gewöhnlich Siesta. Längere Nickerchen über dreißig Minuten waren mit höherem Körpermassenindex, Taillenumfang, Glukose- und Blutdruckwerten sowie häufigerem metabolischem Syndrom verbunden. Kürzere Nickerchen zeigten ein anderes Muster, darunter eine geringere Wahrscheinlichkeit erhöhten systolischen Blutdrucks als keine Siesta.
Die Querschnittsstudie beweist keine Verursachung. Rauchen, Mahlzeitengröße sowie Schlaf- und Essenszeiten erklärten Teile der Zusammenhänge. Sie zeigt, dass Siesta kein einheitliches Verhalten ist; Cannabis wurde nicht untersucht.
Ein THC-CBD-Versuch fand weniger Schlaf
Eine kleine Crossover-Studie verglich bei zwanzig Menschen mit diagnostizierter Insomnie eine einmalige orale THC-CBD-Zubereitung mit Placebo. Detaillierte Schlafaufzeichnungen ergaben rund fünfundzwanzig Minuten weniger Gesamtschlaf und etwa vierunddreißig Minuten weniger REM-Schlaf. Die subjektive Schlafqualität verbesserte sich nicht.
Objektive Aufmerksamkeit und geprüfte kognitive Leistungen am Folgetag unterschieden sich nicht, während die selbstberichtete Schläfrigkeit leicht zunahm. Untersucht wurden eine Zubereitung und eine einzelne Anwendung in kleiner Stichprobe. Das Ergebnis zeigt unmittelbar, dass verändertes Empfinden nicht unbedingt längeren oder besser bewerteten Schlaf bedeutet.
CBD allein braucht eigene Belege
Eine randomisierte Pilotstudie von 2024 analysierte dreißig Menschen mit mittelgradiger bis schwerer Insomnie über zwei Wochen. CBD war Placebo bei Insomnieschwere und den meisten Schlafmaßen nicht überlegen. Wohlbefinden und einige sekundäre Maße zeigten dagegen Vorteile.
Verbessertes Wohlbefinden ist ein echtes Ergebnis, aber nicht gleichbedeutend mit behobener Schlaflosigkeit. Dieses gemischte Muster ist aussagekräftiger als die pauschale Bezeichnung Schlafmittel.
Schlaf und Stoffwechsel
In der kleinen THC–CBD-Studie bei Schlaflosigkeit sank die Gesamtschlafzeit gegenüber Placebo um etwa 24,5 Minuten und der REM-Schlaf um 33,9 Minuten. Die Teilnehmenden berichteten keine bessere Schlafqualität. Die separate zweiwöchige CBD-Studie fand trotz besserem Wohlbefinden keine Verbesserung der Insomnieschwere oder der meisten Schlafmaße.
Die spanische Siesta-Studie verband Nickerchen über 30 Minuten mit ungünstigeren Stoffwechselwerten; aufgrund des Beobachtungsdesigns lässt sich daraus keine Verursachung ableiten.
Quellen und weiterführende Lektüre
Allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung.
