SPANIEN / EUROPASpanien im Kontext.
Kultur

Cannabiskultur in Spanien: Museen in Barcelona und Callosa de Segura

Zwei kulturelle Stationen: Barcelonas Museumssammlung und die Hanfhandwerke der Vega Baja in der Provinz Alicante.

Weißes Cannabisblatt auf den Farben der spanischen Flagge

Zwei Orte mit unterschiedlichen Geschichten

Spaniens Cannabisgeschichte lässt sich durch Gegenstände, Gebäude und die Arbeit früherer Generationen erschließen. Barcelona und Callosa de Segura zeigen verschiedene Perspektiven. Im ersten Fall steht die Pflanze im Mittelpunkt einer breiten Museumssammlung. Im zweiten geht es um die Faserindustrie, die eine Stadt in Alicantes Vega Baja prägte. Beide Besuche behandeln Geschichte und materielle Kultur.

Barcelona: eine Sammlung im Palau Mornau

Das Hash Marihuana & Hemp Museum eröffnete seinen Standort Barcelona 2012 in der Carrer Ample 35. Gemälde, Fotografien und Gegenstände erzählen Cannabisgeschichte im Palau Mornau, den Manuel Raspall 1908 umgestaltete. Das Gebäude ergänzt die Sammlung um eine architektonische Perspektive.

Callosa de Segura: Hanf als tägliche Arbeit

Das Museo del Cáñamo Roque Francisco Albert Lucas erzählt eine lokale Geschichte. Seine Sammlung entstand aus der Sicherung von Werkzeugen und Dokumenten der Hanfindustrie; das Museum wurde 1986 gegründet. Es befindet sich im ehemaligen städtischen Schlachthof, der für die Darstellung industriellen und häuslichen Erbes umgebaut wurde.

Die Ausstellung verbindet die Pflanze mit Garn, Seilen, Fischernetzen und Schuhen. So wird ihre wirtschaftliche Bedeutung greifbar: Fasern durchliefen mehrere Berufe, bevor daraus Alltagsgegenstände entstanden. Landwirtschaft, Werkstätten und Fertigung auf den Straßen gehörten zur gleichen lokalen Wirtschaft.

Die Menschen hinter den fertigen Dingen

Die amtliche Beschreibung des Erbes von Callosa berichtet von Frauen, die kürzere Fasern für Schuhsohlen flochten, und von Gruppen, die auf den Straßen Fischernetze herstellten. Die Sammlung vermittelt deshalb Sozialgeschichte ebenso wie Pflanzenkunde. Ein Seil oder Schuh kann für Fachwissen, Familieneinkommen und ein Netzwerk von Arbeitskräften stehen.

Die Escuela de los Trabajos Artesanales del Cáñamo erhält dieses Wissen durch Vorführungen und Unterricht. Sie vermittelt Fähigkeiten, die ein Gegenstand allein nicht erklären kann: Bewegung, Koordination und das Zusammenspiel von Werkzeug und Mensch.

Wie sich die Besuche ergänzen

Barcelona bietet eine breite Kultursammlung in einem Stadtpalast. Callosa zeigt, wie ein Material eine bestimmte Gemeinschaft und ihre Berufe prägte. Zusammen erweitern sie den Begriff Cannabiskultur über den heutigen Konsum hinaus.

Callosa liegt in der Provinz Alicante, nicht in der Stadt Valencia. Die Orte gehören deshalb zu unterschiedlichen Teilen einer Reise. Praktische Angaben stehen auf der städtischen Museumsseite und der Besucherseite des Museums in Barcelona. Der Schwerpunkt unterscheidet die Besuche: eine weit gefasste historische Sammlung und das Arbeitsgedächtnis einer Hanfstadt.

Quellen und weiterführende Lektüre

Allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung.