SPANIEN / EUROPASpanien im Kontext.
Recht & Politik

Cannabispolitik 2025: Modellversuche, Medizin und strengere Kontrollen

Ein historischer Vergleich der Niederlande, Thailands, der Schweiz und Spaniens und ihrer unterschiedlichen Reformwege im Jahr 2025.

Illustrierte Weltkarte mit Cannabis- und Medizinsymbolen

2025 brachte unterschiedliche Reformen

Die Cannabispolitik veränderte sich 2025 auf mehreren Wegen. Die Niederlande begannen die Versuchsphase eines kontrollierten Lieferkettenexperiments, Thailand verschärfte Regeln für Cannabisblüten, die Schweiz setzte Forschungspiloten fort und Spanien regelte bestimmte medizinische Zubereitungen. Diese Änderungen betrafen verschiedene Tätigkeiten. Eine Reform von Verschreibung, Einzelhandelsversorgung oder Forschung verändert einen bestimmten Systemteil und nicht sämtliche Cannabisregeln.

Die Niederlande erprobten die Lieferkette

Am 7. April 2025 begann die Versuchsphase des niederländischen Experiments zur kontrollierten Cannabislieferkette. Im Zentrum stand die Verbindung regulierter Produktion mit Coffeeshops in teilnehmenden Kommunen. Die bisherige Politik duldete bestimmte Verkäufe unter Bedingungen, während die Versorgung ein anderes Rechtsproblem darstellte. Das Experiment verband regulierte Produktion und Einzelhandel in einem organisierten Versuch zur Auswertung ihrer Folgen. Sein örtlich und wissenschaftlich begrenzter Umfang unterschied es von einer landesweiten Ersetzung aller Coffeeshopregeln.

Thailand verschärfte die medizinische Grenze

Im Juni 2025 führte Thailand strengere Regeln für Cannabisblüten und medizinische Verschreibungen ein. Der offizielle Besucherhinweis bezeichnete Blüten als kontrolliert und betonte eine gültige Verschreibung durch eine berechtigte Fachperson in Thailand. Nach der früheren Liberalisierung und einem sehr sichtbaren Markt bedeutete das eine stärkere Beschränkung. Die Entwicklung zeigt, wie Staaten Abgabebedingungen wieder verengen können, ohne dass die Geschichte einer einfachen, unumkehrbaren Liberalisierung folgt.

Die Schweiz setzte auf genehmigte Forschung

Der schweizerische Pilotrahmen erlaubte kontrollierte wissenschaftliche Studien zu nichtmedizinischem Cannabis unter dem Betäubungsmittelgesetz. Das Bundesamt für Gesundheit prüft rechtliche Anforderungen, stimmt sich mit Ethikkommissionen ab und hört Kantone und Gemeinden an. Versuche müssen wissenschaftlich angemessen dimensioniert sein und dürfen 5.000 Teilnehmende nicht überschreiten. Forschungsfragen und Evaluation sind damit Bestandteil der Erlaubnis. Eine definierte Studie ist institutionell etwas anderes als ein unbeschränkter Verbrauchermarkt.

Spanien regelte medizinische Zubereitungen

Das Königliche Dekret 903/2025 vom 7. Oktober, veröffentlicht am 9. Oktober, legte Bedingungen für standardisierte Cannabiszubereitungen in bestimmten Rezepturarzneimitteln fest. Die beteiligten Einrichtungen sind medizinisch und pharmazeutisch: Fachärzte, Krankenhausapotheken, Qualitätsanforderungen und Nachbeobachtung. Ein allgemeines Einzelhandelssystem für Social Clubs entstand dadurch nicht. Die vier Beispiele zeigen die Vielfalt des Jahres: Lieferkettenversuch in den Niederlanden, strengere medizinische Bedingungen in Thailand, genehmigte Forschung in der Schweiz und ein Arzneimittelrahmen in Spanien.

Quellen und weiterführende Lektüre

Allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung.