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Forschung

Cannabis, Yoga und Entspannung: Veränderungen in Körper und Geist

THC beeinflusst Stress, Zeitwahrnehmung und Aufmerksamkeit, wobei die Effekte unterschiedlich ausfallen.

Silhouette einer Person beim Yoga im Sonnenuntergang

Entspannung und veränderte Aufmerksamkeit

THC verändert Stresserleben, Zeitwahrnehmung und Leistungen bei Aufmerksamkeitsaufgaben. In einer ruhigen Yogastunde kann das zum Gefühl beitragen, ganz versunken oder von Alltagsgedanken entfernt zu sein. Gleichzeitig können Anweisungen und Bewegungsdauer weniger genau verarbeitet werden.

Die Laborbefunde zeigen mehrere Wirkungen statt eines einfachen Wechsels von Spannung zu Ruhe. Subjektive Entlastung, Aufmerksamkeit und Kreislaufreaktionen wurden getrennt gemessen.

Ein Stressversuch fand gegensätzliche Reaktionen

In einer randomisierten Doppelblindstudie von 2017 absolvierten zweiundvierzig gesunde Personen eine soziale Stressaufgabe und eine unbelastende Vergleichsaufgabe. Eine THC-Bedingung verringerte das berichtete Belastungserleben danach und ließ die Aufgabe rückblickend weniger bedrohlich erscheinen. Eine andere verstärkte negative Stimmung, erhöhte die erwartete Bedrohung und verschlechterte die Aufgabenleistung.

Das erklärt mögliche Unterschiede zwischen entspannenden und beunruhigenden Erfahrungen. Untersucht wurde kontrollierte Laborbelastung, nicht Yoga; daraus entsteht keine Anleitung für vorhersehbare persönliche Wirkungen.

Zeitwahrnehmung verändert das Erleben von Stille

Eine placebokontrollierte Studie von 2013 untersuchte bei vierundvierzig Personen die Einschätzung von Zeitintervallen nach THC. Verstrichene Zeit wurde eher überschätzt, selbst erzeugte Intervalle waren kürzer. Häufig Konsumierende zeigten abgeschwächte Effekte gegenüber seltener Konsumierenden.

Eine kurze Ruhephase kann sich damit länger anfühlen. Dies betrifft die zeitliche Wahrnehmung und kann das Verweilen in einer Haltung oder beim Atem anders erscheinen lassen, ohne zusätzliche Zeit oder bessere Fähigkeiten nachzuweisen.

Aufmerksamkeit und Puls bleiben beteiligt

Eine kontrollierte Studie mit vierundzwanzig Personen fand nach THC langsamere und ungenauere Aufmerksamkeitsleistungen. Eine separate Crossover-Studie von 2018 mit siebzehn selten Konsumierenden dokumentierte erhöhten Puls und kognitive oder psychomotorische Beeinträchtigungen. Gefühlte Ruhe bedeutet somit nicht zwangsläufig unveränderte Aufmerksamkeit oder langsameren Herzschlag.

Auch sanftes Yoga umfasst Zuhören, Orientierung und Koordination. THC betrifft diese Funktionen ebenso wie Stimmung.

Komponenten statt belegter Zusatzwirkung

Die Studien beschreiben veränderte emotionale Bewertung, Zeitgefühl und Aufmerksamkeitsgenauigkeit. Sie verglichen nicht Yoga mit Cannabis gegen Yoga allein, um einen zusätzlichen Entspannungseffekt nachzuweisen.

Cannabisbedingte Versunkenheit ist damit ein subjektiver Zustand mit messbaren geistigen und körperlichen Wirkungen, aber kein Beleg für dauerhaft weniger Stress oder bessere Yogaleistung.

Quellen und weiterführende Lektüre

Allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts- oder medizinische Beratung.