
Der Schlüssel unter der Orange
Diese Geschichten, ihre Figuren und der Verein sind erfunden. Am Heiligabend stellte der Vereinssekretär fest: Alle hatten Essen mitgebracht, niemand den Schlüssel. Unter einem Orangenbaum hielten sie ihre Schüsseln wie Opfergaben. Marta warf dem Schatzmeister übertriebene Vorsicht vor. Er warf seinem Mantel unzureichende Taschen vor. Dann hob das älteste Mitglied eine Orange vom Fensterbrett. Darunter lagen Schlüssel und Zettel: „Ich wusste, dass ihr ihn vergesst. Fangt ohne mich an.“ Sie warteten trotzdem auf sie.
Das Plakat, das blieb
Luis brachte ein neues Vereinsplakat mit: elegante Schrift, silberne Sterne, keine Falte. Er wollte das verblasste Blatt über der Pinnwand ersetzen. Dahinter fand er zwanzig Jahre handgeschriebene Weihnachtsgrüße. Jemand hatte einen Hund gezeichnet, jemand eine Genesung verkündet. Eine Nachricht lautete nur: „Danke, dass das Licht anblieb.“ Luis hängte sein schönes Plakat an die andere Wand. Um Mitternacht schrieb er auf das alte: „Es ist noch Platz.“
Radio Valencia
Das Radio verweigerte jedes Weihnachtslied. Sobald Elena einen Sender suchte, erschien ein Fußballkommentator, wütend über ein unbekanntes Spiel. Das Essen ging unter strittigen Elfmeterentscheidungen weiter. Schließlich öffnete Ramón das beschädigte Gehäuse und fand einen angeschlossenen alten Recorder. Die Stimme gehörte seinem verstorbenen Bruder, der als Kind seinen Traum vom Sportjournalismus geprobt hatte. Ramón hörte auf zu reparieren. Für den Rest des Essens bekam jedes umstrittene Tor stehenden Applaus.
Der geliehene Stuhl
Der Verein hatte zwölf Gäste und elf Stühle. Clara lieh beim Schneider nebenan einen und versprach die Rückgabe bis morgens. Er war so unbequem, dass sein Besitzer ständig aufstand, Gläser füllte, Teller trug und Nachzügler begrüßte. Beim Nachtisch nannten ihn alle den perfekten Gastgeber. Als Clara den Stuhl zurückbrachte, lächelte der Schneider. „Der gehörte meinem Vater. Er fand immer, eine gute Feier brauche einen Stuhl, auf dem niemand richtig sitzen bleiben kann.“
Besuch zur Schließzeit
Als die Weihnachtsfeier endete, klopfte eine Frau mit einem Umschlag. Sie hatte die Adresse einer Nachbarin verwechselt und entschuldigte sich. Darin lag ein Foto der Straße vor vierzig Jahren. Die Mitglieder erkannten Geschäfte, Fenster und ein verschwundenes Kino. Niemand erkannte das winkende Kind an der Ecke. Die Frau schon. „Das bin ich“, sagte sie. Sie setzten erneut Wasser auf, und der Abend bekam einen neuen Anfang.
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